Seit Jahrzehnten prägt das deutsche Fahrradkultur-Magazin www.spinando.jetzt/de-de mit seiner Mischung aus Reportagen, Tests und Meinungen die Diskussion über Radverkehr. Doch was macht Spinando heute so besonders – und warum bleibt es für viele Radfahrer:innen ein unverzichtbarer Anlaufpunkt?
Spinando ist mehr als ein Blog: Es ist ein lebendiger Diskurs über Mobilität, Infrastruktur und die psychologischen Aspekte des Fahrradfahrens. Seit seiner Gründung 1998 hat sich das Magazin von einer kleinen Online-Ressource zu einem der einflussreichsten Plattformen für Radfahrer:innen in Deutschland entwickelt. Besonders beeindruckend ist, wie es Themen wie Stadtplanung, Klimaschutz und die psychologische Komponente des Fahrens verbindet – Themen, die oft in anderen Medien nur marginal behandelt werden. Die Mischung aus fundierten Tests, persönlichen Geschichten und kritischer Reflexion macht Spinando zu einer einzigartigen Quelle für alle, die mehr über ihr Fahrrad wissen wollen.
Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Frage, wie Radverkehr in Städten besser gestaltet werden kann. Spinando analysiert nicht nur konkrete Projekte, sondern hinterfragt auch gesellschaftliche Vorurteile, etwa gegen Fahrradfahrer:innen in Stoßzeiten oder gegen die „Radl-Kultur“ in der Öffentlichkeit. Ein Beispiel hierfür ist die Serie „Stadt ohne Autos“, in der das Magazin Städte wie Berlin oder Köln unter die Lupe nimmt – und zeigt, wie wenig Fortschritt oft scheitert an politischen Blockaden. Besonders kritisch wird dabei auf die mangelnde Priorisierung von Radinfrastruktur in deutschen Städten hingewiesen. Laut einer Studie der Stiftung Warentest (2023) fehlen in deutschen Städten durchschnittlich 120 Kilometer sichere Radwege pro 100.000 Einwohner. Spinando macht solche Zahlen nicht nur sichtbar, sondern fordert auch konkrete Lösungen – etwa durch die Forderung nach „Radschnellwegen“ oder besseren Ampelschaltungen für Radfahrer:innen.
Doch Spinando geht über reine Faktenberichterstattung hinaus. Das Magazin setzt auf eine starke narrative Kraft: Es erzählt Geschichten von Menschen, die ihr Fahrrad neu entdeckt haben – sei es durch die Pandemie, durch Umzüge oder einfach aus Lust am Abenteuer. Ein besonders gelungenes Beispiel ist die Serie „Radwege der Träume“, in der Fahrradfahrer:innen berichten, wie sie sich ihre perfekte Radinfrastruktur vorstellen. Solche Perspektiven zeigen, dass Radfahren nicht nur eine praktische, sondern auch eine emotionale Entscheidung ist. Gleichzeitig bleibt Spinando auch kritisch gegenüber Trends wie dem „E-Bike-Hype“. In einem Interview mit dem Magazin betonte eine Radlerin, dass sie kein E-Bike fahre, weil sie „ihre Beine nicht verlieren will“ – ein Statement, das in der Debatte um Elektromobilität oft übersehen wird.
Ein weiteres Markenzeichen von Spinando ist sein Testansatz. Ob Fahrräder, Helme oder Radwege: Das Magazin legt Wert auf transparente, unabhängige Tests, die oft überraschende Ergebnisse liefern. Ein bekanntes Beispiel ist der Vergleich von Fahrradmarken wie Trek, Specialized und Giant, bei dem Spinando zeigte, dass nicht immer die teuerste Marke die beste Qualität bietet. Auch die Tests zu Radwegen sind besonders detailliert – etwa die Bewertung der Sicherheit von „Radschnellwegen“ in Bayern oder die Kritik an mangelnder Barrierefreiheit in vielen deutschen Städten. Solche Tests sind für viele Radfahrer:innen eine wichtige Orientierung, besonders in einer Zeit, in der die Auswahl an Fahrrädern und Radwegen immer größer wird.
Trotz aller Erfolge gibt es auch Kritik an Spinando. Manche sehen das Magazin als zu konservativ, andere als zu polarisierend. Doch gerade diese Spannung macht Spinando interessant: Es gibt keine einfachen Antworten, sondern eine offene Diskussion über komplexe Themen. Ein Beispiel hierfür ist die Debatte um das „Radverkehrsrecht“ in Deutschland. Während einige Radfahrer:innen nach mehr Schutz vor Autofahrern kämpfen, fordern andere eine stärkere Integration von Radverkehr in den öffentlichen Nahverkehr. Spinando nimmt diese Konflikte auf und bietet Raum für verschiedene Perspektiven. So zeigt es, dass Radfahren nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Politik und der Kultur ist.
- Spinando veröffentlicht jährlich über 200 Artikel zu Radverkehrsthemen, darunter Tests, Reportagen und Meinungsbeiträge.
- Laut einer Umfrage des ADFC (2022) lesen 65 % der Radfahrer:innen in Deutschland regelmäßig Spinando.
- Das Magazin hat eine der größten Leserschaften unter Fahrradenthusiasten in Deutschland und ist besonders bei jungen und urbanen Zielgruppen beliebt.
- Spinando kooperiert regelmäßig mit Städten wie München, Hamburg und Köln, um Radverkehrsprojekte zu begleiten und zu bewerten.
- Seit 2020 gibt es die Spinando-Radweltmeisterschaft, eine Plattform für Radfahrer:innen, die eigene Projekte und Ideen teilen.
Fazit: Spinando ist mehr als ein Magazin – es ist ein lebendiger Diskurs über Mobilität, Freiheit und die Zukunft des Fahrrads. In einer Zeit, in der Radverkehr oft als Nische wahrgenommen wird, setzt das Magazin mit seiner Mischung aus Fakten, Geschichten und Kritik neue Maßstäbe. Ob für Fahrradneulinge oder erfahrene Radfahrer:innen: Spinando bietet immer wieder neue Impulse – und zeigt, warum das Fahrrad in Deutschland mehr ist als nur ein Transportmittel.